Montag, 14. Februar 2011

Zurück aus Kiruna

Hej hej ihr lieben, geduldigen Blog-Leser!

Ich bin gestern Nacht von meiner Arctic Science Expedition in Kiruna und Umgebung zurückgekehrt. Dort hatte ich, anders als erwartet, leider keinen Internetzugang. Das ihr bisher keinen neuen Blogeintrag vorgefunden habt, hat mit der Sache wahrscheinlich was zu tun.

Das Wichtigste zuerst: JA, ich habe Polarlichter gesehen und auch versucht, diese zu fotografieren. Aber dazu später mehr ;-)

Um an meinen letzten Eintrag anzuknüpfen: Wir haben die Schneeburg besucht und es stellte sich heraus, dass es sich dabei auch in gewisser Weise um einen Spielplatz handelt, sogar mit Rutsche. Aufgewärmt haben wir uns anschließend bei einer Fika (was sonst) in einem Café, das mehr einem Wohnzimmer glich, sehr gemütlich. Abgerundet wurde der Abend dann durch ein „Weihenstephan“ für 75SEK, also etwa 8 € und die Fahrt zurück mit dem „Reggae-Bus-Driver“. Hier ein Paar Fotos dazu:







Es stellte sich heraus, dass die Burg noch nicht ganz fertiggestellt worden ist, also sind wir (Teresa, Finn und ich) ein paar Tage später am Tag nochmal dort gewesen und haben die Rutsche getestet:







das ist die Rutsche




die "Kuschelecke"...naja, vll etwas kalt?

wir haben uns lieber ans Feuer gestellt!





faszinierend, Sonnenuntergang...

.. um 4

"Das kann ich auch.."

King of the ...castle





Und ein kleines Video, um die waaaaaahnsinns Geschwindigkeit der Rutsche zu demonstrieren :D

Die restlichen anderthalb Wochen verliefen relativ ruhig was die Freizeitgestaltung anging, da mich die Realität des Physikstudiums dann letztlich eingeholt hat. Einen Abend waren wir Rodeln und haben Marshmellows im Feuer geröstet und dazu heiße Schokolade getrunken (ja weiß, ich mag keinen Kakao, aber die war echt gut!).



Am Wochenende haben sich ein paar Buddies und ich zum Backen getroffen und waren am nächsten Morgen „brunchen“  (morning fika). Ich weiß noch nicht, ob ich es bereuen werde, dass ich jetzt das Rezept für Kanelbullar habe :D aber sehen sie nicht köstlich aus?


So, nun will ich euch aber nicht weiter auf die Folter spannen und endlich etwas von Kiruna berichten:

Die Reise fing schon gut an, ich habe natürlich den Bus um 6 Uhr verpasst und musste demnach querschnee-ein innerhalb von zwanzig Minuten zum Bahnhof rennen. Eins habe ich definitiv gelernt: niemals eine Abkürzung über einen harmlos aussehenden, schneebedeckten Hang nehmen, es sei denn, man möchte bis beinahe unter die Achseln im Schnee versinken. Ich habe es aber noch genau pünktlich geschafft und konnte mich sogar draußen in der Kälte noch etwas abkühlen, da der Zug knapp 40 Minuten Verspätung hatte...

Auf die Zugfahrt an sich war ich dann aber sehr gespannt, da ich ja nun zum zweiten Mal die Stadt in ländlichere Gefilde verlassen habe. Wenn man auf das Bild von schneebedeckten Feldern und Tannenwäldern so weit das Auge reicht und eingeschneiten Holzscharten neben roten Holzhäusern mit rauchendem Schornstein steht, dann kann man gar nicht anders, als diese Zugfahrt zu genießen. Nach etwa acht Stunden Aufenthalt in dem über den Schnee gleitenden Zug, ein paar schönen Konversationen mit einem mir gegenübersitzenden, schwedischen Passagier und einer untergehenden Sonne, erreichte ich dann um etwa 15 Uhr den Bahnhof von Kiruna.



unsere Unterkunft

Im Vergleich zu Umeå kann man hier also nochmal eine extra Portion Schnee vorfinden. Auch die Temperaturen waren nicht ohne, so dass ich dann letztlich doch von meiner Thermounterwäsche gebrauch machen musste.
Am nächsten Morgen wurden wir um 8:15 Uhr im Vorlesungsaal des „Space Campus“ erwartet, wo uns dann einiges über Auroras, Sundogs, Mother-of-pearl-clouds und dem Leben in solch kaltem Klima beigebracht wurde.

07:53 Uhr Sonnenaufgang über Kiruna
12:24 Uhr in der Mittagspause. Sehr viel höher schafft's die Sonne nicht ;)

14:24 Uhr, da macht sie schon schlapp..
15:04 Uhr, Sonnenuntergang in der Kaffeepause... romantisch, was? :)

Am ersten Abend war es dann so weit. Wir standen draußen in der Kälte mit so viel Kleidungsschichten wie möglich und haben auf die Polarlichter gewartet. Der Himmel war klar, die Sonnenaktivität hoch genung, nur die magnetische Aktivität war zu gering, was dem ein oder anderen etwas Sorgen bereitete.
Die beste Zeit, um in Kiruna Polarlichter beobachten zu können, ist zwischen 22:30 Uhr und Mitternacht. Kurz vor 10, der Himmel: dunkel....nichts...hin und wieder ein grauer Schleier. "Sind das die Polarlichter? Kann das sein, oder sind es nur Wolken, die das Licht der Stadt reflektieren?" Wir waren etwas deprimiert und hatten wir unsere anfängliche Euphorie schon fast verloren, als wenige Minuten nach 11 lautes Klatschen, Pfeifen und eine Atmosphäre wie bei einem Fußballspiel die Ankunft der ersten Polarlichter würdigte:



Zufrieden haben wir nach Ende des Schauspiels um etwa 23:30Uhr uns auf den Heimweg gemacht.
Die Intensität der Lichter war zwar etwas gering, bewegt haben sie sich auch nicht wirklich, aber ich für meinen Teil war überglücklich, so ein wunderschönes physikalisches Schauspiel live miterlebt zu haben.
Denn noch wusste ich nicht, was uns in der nächsten Nacht für eine Darstellung geboten wurde.....

...aber dazu mehr in den nächsten Tagen!

Liebe Grüße aus Umeå und einen schönen und erfolgreichen Start in die vorlesungsfreie Zeit
Sandro


3 Kommentare:

  1. Wenn wir bei Simpsons eins gelernt haben: Dann das nackte,blonde,grossbusige Frauen den Strassenverkehr regeln. Kannst du das bestätigen?
    Und noch ein Frage: Gehst du zu den Vorlesungen? (und sei ehrlich) :)

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  2. Hm, kann ich nicht bestätigen, liegt vielleicht aber auch an den dicken Winterjacken!?!...
    und ja, ich gehe tatsächlich zu den Vorlesungen...auch wenn sie um 8 uhr stattfinden ;-)

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  3. Wow, das mit den Polarlichtern ist coooool!! War bestimmt ein emotionaler Moment. Als ich damals die Ariane-Rakete hab starten sehen, war das wirklich emotional für mich. Das mit den Polarlichtern stelle ich mir ähnlich vor.
    Bin froh, dass es Dir gefällt. Hier gibt es soweit wenig Neues. Wir haben einen neuen Doktoranden, der aus Braunschweig kommt, und ich habe angefangen zusammen zu schreiben.
    Soweit, so gut. Bis denn, Karo.

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