Montag, 17. Januar 2011

Two words: inexpressibly awesome!!!

Hallo zusammen :-)

So viel, wie mir die letzten zwei Tage passiert ist, kann ich garnicht in Worte fassen, zumindest nicht, ohne den Rahmen zu sprengen...aber ich würde nicht ich sein, wenn ich es jetzt nicht trotzdem versuche!

Tag 1:
Nach meinem Flug nach Stockholm dachte ich zunächst, dass ein Flugzeug für mich zum Fortbewegungsmittel meiner Wahl aufgestiegen ist. Ich bin um 6:50 losgeflogen und habe den Sonnenaufgang über den Wolken mitbekommen, die sich übrigens zunehmend zu Regen/Schneewolken verändert haben. Die Landung war auch nur noch schwer zu toppen. Anscheinend musste der Pilot dringend auf's Klo, denn innerhalb von etwas mehr als VIER Minuten hat er die Maschine von Reisehöhe auf die Landebahn manövriert. Als auf einmal wie aus dem Nichts schneeüberflutete Tannenwälder auftauchten (Klischee: eine Hütte im Wald mit roten Holz-Wänden war auch dabei), habe ich mich zwar erschroken, weil es mehr wie eine Notlandung gewirkt hat, aber nach kurzer Zeit überquerten wir auch einen Flughafenzaun, ein gutes Zeichen.
Da stand ich nun, direkt vor der Maschine auf dem Rollfeld, 5,75 Stunden Zeit bis zu meinem Anschlussflug. Also habe gemütlich gefrühstückt, das Terminal erkundet und versucht, Terminal 4 - bei 5 war die Landung - zu finden, da es nämlich NICHT direkt zwischen 3 und 5 zu finden war, sondern auf der anderen Seite des Airport, direkt neben der "Sky-City".
Ok, dachte ich mir, wenn ich sowieso nochmal durch den check-in und die Sicherheitskontrollen muss, kann ich mir auch gleich den ganzen Flughafen anschauen. Gesagt getan. Angefangen hat meine Tour bei der Gepäck-Engegennahme, alle Rollbänder waren leer. "Gut, dass ich mehrmals bei verschienden Leuten nachgefragt habe, die mir versichterten, dass ich mich nicht um mein Gepäck zu kümmer bräuchte, da es von alleine in den Anschluss-Flieger verladen würde" habe ich mir gedacht.....fail! Ich habe mich gerade wieder umgedreht, da fiel mir ein Wagen mit zwei Gepäckstücken auf, die meinen doch verdammt ähnlich gesehen haben...aber warum stehen sie in der Zone für nicht abgeholtes Gepäck? Ein nettes Gespräch am entsprechenden Schalter lieferte mir die Antwort: Ich muss mein Gepäck selbst durch den Zoll bringen und auf der anderen Seite wieder aufgeben...warum weiß das in Düsseldorf keiner?
Mit nun neu aufgegeben Gepäck, nach langer Wartezeit und einem Besuch bei McDonald's betrat ich nun endlich den Flieger nach Umeå....und lange 60 Minuten Horror haben begonnen. Punkt 1: mein Sitzplatz direkt neben der Flugzeugturbine. Immerhin war es eine Sitzbank für drei Personen. Da lag das Problem: genau 3, nicht 3,5. Mit Blick auf die Turbine und der geringen Beinfreiheit habe ich mich immerhin darüber gefreut, dass der Platz direkt neben mir immerhin noch frei geblieben ist. Der Start verzögerte sich etwas, da ein Passagier, Dave, zu spät dran war. Dann die Durchsage von vorne: "Last passanger arrived, boarding complete!" Dave hat es also noch geschafft. Während ich so darüber nachgedacht habe, wie schweißtreibend und angsteinjagend ein Spurt zum Terminal doch sein muss, wenn man nur noch eine Minute Zeit hat, kamen mir gerade die Bilder von Kevin allein in New York in den Kopf, als sich plötzlich ein Schatten über mich ausbreitete. Dave stand vor unserer Sitzreihe und wollte auf seinen Platz. Nachdem ihn der am Gang sitzenden Passagier Platz gemacht hatte, begann er sich hinzusetzen. Leider saß er direkt auf den Armlehnen. Aber nach vier ruckartigen Bewegungen und einem Knacken, wurde mir bewusst, wie biegsam doch diese stabil aussehenden Armlehnen sein können. Naja, immerhin konnte ich ihm so etwas von meinem Platz abgeben... Toller Flug, links der noch transpiriernde Dave und eine Armlehne die sich in unser beider Hüften bohrte, rechts die Turbine des nun startenden Flugzeugs. Als wäre das noch nicht genug, gab der Pilot vor der Landung durch, dass wir aufgrund eines starken Schneesturms mit Turbulenzen zu rechnen haben und entschuldigte sich preventiv dafür. Dies sorgte für ein mulmiges Gefühl in meinem Magen, da es hier oben ja vermutlich öfters vorkommt, dass es schneit und windig ist. Ich habe ja prinzipiell sehr selten ernsthaft Angst vor etwas, aber nach dieser Landung hatte ich bestimmt einen Puls wie bei einem Marathonlauf. Der Pilot - ich hatte leider direkten Blick auf die Flügel - manövrierte nach links, rechts, oben unten und versuchte,  die Maschine wenigsten einergermaße gerade zu halten. Aber Flugzeug setzte dennoch mehrere Male auf, wackelte, virbierte, die Leute vor mir waren entweder alles Metaller, die gerade per Kopfhörer einen üblen Head-bang-Song hörten, oder es lag an den Turbulenzen. Jedenfalls macht es mir (im Gegensatz zu einer Höhe von 12km, da habe ich Spaß daran gehabt) doch keinen Spaß mehr, mal eben 2-5 Meter abzusinken, vor allem nicht, wenn unter einem eine gerade so vom gröbsten Schnee befreite Landebahn lächelt.
Nagut, das habe ich überstanden. Nach kurzer Wartezeit stand ich nun samt Gepäck vorm Flughafen und habe mir mit Elin, einer Schwedin aus Stockholm, die das gleiche Ziel hatte, ein Taxi geteilt. Anmerkung: mir gefällt der Dauer-Drift-Fahrstil der Taxifahrer hier :)
Ab hier ging alles wieder steil Bergauf: der Taxifaher war superfreundlich, hat mit mir prakitsch eine kleine Stadtrundfahrt gemacht und mir meinen Weg vom Stadteil Ålidhem (dort wohne ich) zur Uni gezeigt und mich schließlich direkt vor dem International Housing Office abgesetzt. Der Empfang dort hätte besser nicht sein können, alles super druchorganisiert (dazu später mehr). Nach einer kurzen PowerPoint Präsentation haben Nathaniel, Hayden, Halen und ich das uns zur Verfügung gestellte und mit zwei Fahrten aufgeladene Busticket (Chipkarte) genutzt, um nach Ålidhem zu fahren. Auch auf dem Weg dahin (wir haben erst nicht die Haltestelle gefunden und einen Busfaher gefragt, der uns daraufhin kostenlos eine Haltestelle mitgenommen hat, von der dann der richtige Bus fuhr) sind mir nur freundliche  und vor allem hilfsbereite Schweden begegnet. Achso, die drei Leute waren im selben Flieger wie ich, die zwei Männer kommen aus Australien, die Frau aus Kanada. Wir haben beim warten auf den Bus erstmal eine Schneeballschlacht gemacht, die haben wirklich noch keinen Schnee gesehen vorher :D
Die drei waren/sind ebenfalls super nett...nur muss ich mich zu 100% darauf konzentrieren, was sie sagen...übel der australische Slang kombiniert mit Umgangssprache :) Wir waren dann gestern abend noch einkaufen (ja, die Geschäfte haben 24/7 von 8 bis 23Uhr geöffnet), ich bin aber dann zurück auf mein Zimmer, Koffer auspacken und so.
Gutes Stichwort. Die Zimmer sind vor allem eins: warm! Ich sitze hier gerade im T-Shirt. Die Einrichtung ist natürlich...sagen wir zweckmäßig und im Stil der 70er Jahre. But who cares? ^^
Letztlich habe ich nach einem Tag voller Impressionen hervorragend (und vor allem mehr als drei Stunden) geschlafen und bin von nur EINEM Wecker um 8 Uhr heute morgen aufgewacht. O_o

Tag 2:
Um zu verhindern, dass ihr jetzt genervt das Browserfenster schließt, halte ich mich hier etwas kürzer.
Nach einem schönen 7-Minuten-Marsch durch eine traumhafte Waldlandschaft Richtung Uni kam ich aus dem staunen nicht mehr heraus. Das Unigelände ist weitaus größer als ich gedacht habe und dabei dennoch gemütlich, übersichtlich und gerade bei Sonnenuntergang heute um 3 Uhr wunderschön!
Die Einführungsveranstaltung begann mit einem Chorgesang. Darunter drei schwedische Party/Trinklieder...was das nur zu bedeutet hat? :-D
Aber eins kann ich sagen: auch hier hätten sie es besser nicht machen können. Super Support, auch hier wieder alle hilfbreit und offen. Morgen ist die Einteilung in Buddy-groups, wo immer etwa 20 von uns 3-5 Schweden zugeteilt werden, die uns dann das ganze Semester begleiten und allerhand unternehmen werden (da muss ich unbedingt mal Husky-Hundeschlittenrennen vorschlagen^^).

Hier mal ein paar Zahlen:
Einwohner: 115k
Studenten: 33k, davon 62% Frauen ;)
Austauschstudenten: 1,7k, diese Jahr 311, darunter 66 Deutsche (wo waren die bitte alle?) und zig andere, so dass wir alle Kontinente abdecken!

Als ich mich für das Tandem-Programm angemeldet habe - nein, das ist kein Radsprotverein sondern ein Sprachprogramm - war ich nur unter Deutschen...und Frauen! Zusammen mit einem Engländer haben wir dann vorhin etwas zusammen in einer 6er-Gruppe gekocht...es zumidnest versucht. Es sollte Nudeln in Hänchen-Sahnesoße mit Paprika geben, aber wir haben die Nudeln anbrennen lassen O_o ...ich musste mich also um den zweiten Versuch selber kümmen ;-)
Aber es ist schon komisch untereinander englisch zu sprechen, obwohl wir fünf uns auch so verstehen würde, aber man will ja Finn (hoffentlich schreibt er sich so^^) nicht ausschließen..und außerdem will ich ja mein Englisch aufpeppen!
Eigentlich wollte ich mich noch mit den beiden Australiern und der Kandierin im Pub hier in der Gegend treffen, aber der ist nur für Studenten und wir kommen ohne Ausweis nicht hinein....aber dort ist deshalb auch der Alkoholpreis reduziert. Ich muss mir also morgen gleich mal so ein Ding besorgen :-D

Ja, ich hoffe, ich konnte einen kurzen Einblick in die Erlebnisse der letzten zwei Tage geben und verspreche, dass die nächsten Einträge häufiger, aber nicht so umfangreich ausfallen werden!!! ;-)
In diesem Sinne:

stay tuned!

1 Kommentar:

  1. Hi,
    ich bin doch leicht geschockt, dass gerade du Nudeln anbrennen lässt ;) Aber schön, dass es dir da drüben gefällt. Vielleicht kannst du ja mal ein paar Fotos hochladen?
    Grüße aus dem verregneten Paderborn!

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